Starting Over – die Geschichte des amerikanischen Whiskeys

American Whiskey


Fotocredit: Pasko Maksim – stock.adobe.com
Fotocredit: Pasko Maksim – stock.adobe.com

Amerikanischer Whiskey ist enorm facettenreich und hat so viele Höhen und Tiefen erlebt wie kaum ein anderes Getränk. Unsere Autorin Margarete Marie erzählt die Geschichte einer Spirituose, die tief im Herzen der amerikanischen Nation verwurzelt ist und sich dennoch immer wieder neu erfinden musste.

 

Nur wenige Sänger können so schön über Whiskey singen wie Chris Stapleton. Und wenn der gebürtige Kentuckyaner mit rauer Stimme „You are as smooth as Tennessee Whiskey“ ins Mikrofon säuselt, dann wird einem sofort warm ums Herz und der Jack Daniels schmeckt gleich doppelt gut. Genau so soll es sein. Smooth. Tennessee. Und natürlich auch einen Kentucky Bourbon dazu. Seit Jahrzehnten dominieren diese drei Begriffe unsere Vorstellung, wenn es um amerikanischen Whiskey geht. Doch wenn man einen tieferen Blick auf dieses uramerikanische Getränk wirft, dann stellt man voller Überraschung fest: Da gibt es noch viel mehr als nur samtweichen Bourbon aus Kentucky und Tennessee. Die Geschichte des amerikanischen Whiskeys ist so kurvenreich wie der Ohio und sie wurde geschrieben mit dem Herzblut der Leidenschaft. Es ist die Geschichte von verwegenen Abenteurern, klugen Geschäftsmännern, neureichen Tycoons, Pionieren, Gangstern und einfachen Menschen, die mit dem Mut der Verzweiflung um ein kleines Stückchen guten Lebens kämpften. Die Geschichte des amerikanischen Whiskeys ist die Geschichte Amerikas. Und ein bißchen ist es auch eine deutsche Geschichte.

 

Peachbrandy, Applejack und Rum

Als die ersten europäischen Siedler amerikanischen Boden betraten, hatten die meisten von ihnen ihr Hab und Gut in der alten Heimat zurücklassen müssen. Aber sie hatten in ihrem Gepäck etwas dabei, was wichtiger war als alles andere: Sie besaßen eine Fülle von Fähigkeiten und Kenntnissen, die sie mit in die Neue Welt brachten. Zu diesen Fähigkeiten gehörte auch das Destillieren von Alkohol. Bald wurden überall in den Kolonien kleine Brennereien errichtet. Gebrannt wurde alles, was man nicht zum direkten Verzehr benötigte: Äpfel, Beeren, Steinobst, Karotten, Getreide, aber auch Kartoffeln, Mais und Zucker. Der destillierte Alkohol war wichtig, um gut über den Winter zu kommen. Er war Kalorienlieferant, Medizin und sorgte beim Feiern für eine gute Stimmung. Er machte das harte Leben erträglicher. Schon 1620 experimentierten die ersten Siedler in Virginia mit der Destillation von Mais. Schwedische Siedler ließen sich entlang des Delaware-Flusses nieder, wo sie große Mengen an Obstbäumen kultivierten.

 

Fotocredit: Pasko Maksim – stock.adobe.com

 

Sie möchten mehr erfahren? Dann bestellen Sie doch einfach das aktuelle Heft!

zurück zur Eventübersicht

Weitere News