InterWhisky

Fachmesse mit Format

Das war die 24. InterWhisky 2023

 

Manchmal plätschert der Alltag vorhersehbar und monoton vor sich hin, manchmal fühlt man sich von unliebsamen Überraschungen förmlich überschwemmt und mitgerissen. Umso wichtiger ist es, dass es im Leben Ereignisse gibt, die einem Orientierung, Halt und Freude bieten – so wie die alljährliche InterWhisky, von der Wolfgang F. Rothe berichtet.

 

„Alles fließt“ – auf Altgriechisch: „panta rhei“ – ist die Zusammenfassung eines Gedankens, der auf den antiken Philosophen Heraklit (* um 520 vor Christus, gestorben um 460 vor Christus) zurückgeführt wird. Heraklit wollte damit zum Ausdruck bringen, dass nichts schon immer so war, wie es ist, und nichts je so bleiben wird. Veränderung ist eine Grundbedingung des Daseins. Alles andere ist lediglich Illusion.

 

Um sich inmitten aller ständigen Veränderung zurechtzufinden, braucht man allerdings eine gewisse Ordnung, Beständigkeit und Verlässlichkeit. Man braucht Gewohnheiten, die es einem ersparen, sich selbst ständig neu erfinden zu müssen, man braucht Regeln, die einem das Gefühl geben, Zufall und Willkür nicht hilflos ausgeliefert zu sein, und man braucht Menschen, die einem Geborgenheit und Vertrauen vermitteln.

 

Alljährlicher Treffpunkt

Ein Ereignis, bei dem man solchen Menschen begegnen kann, ist die alljährliche InterWhisky, die älteste und bedeutendste Whisky-Messe in Deutschland. Es gibt nicht wenige Whisky-Liebhaberinnen und -Liebhaber, die sich genau einmal pro Jahr treffen, nämlich auf der InterWhisky. Und sie verabschieden sich dort Jahr für Jahr mit der Ansage: „Bis nächstes Jahr in Frankfurt“, bis nächstes Jahr auf der InterWhisky.

 

Mit Graziano, Maxi und Wieland vom Marburger Whisky-Club treffe ich mich beispielsweise jedes Jahr, und zwar immer am späteren Sonntagnachmittag. Dazu müssen wir uns gar nicht mehr eigens verabreden – so selbstverständlich ist das mittlerweile geworden. Unser Treffen ist längst eine gute Gewohnheit, denn schließlich gibt es, allen gegenteiligen Behauptungen zum Trotz, keineswegs nur schlechte Gewohnheiten.

 

Whisky als Lebensschule

Zweifelsohne fließt auf der InterWhisky nicht zuletzt der Whisky selbst. Auch in diesem Jahr gab es wieder zahlreiche Neuerscheinungen zu verkosten – vom innovativen Laphroaig Elements 1.0 über „The Costal Series“ von Old Pulteney bis hin den alljährlich neu erscheinenden Diageo Special Releases. Da konnte, musste und durfte so einiges an Altem wie an Neuem probiert, begutachtet und genossen werden!

 

Doch nicht die Menge, sondern die Mäßigung ist der Maßstab des Genusses. Whisky-Liebhaberinnen und -Liebhaber wissen das. Darum entarten Whisky-Messen wie die InterWhisky auch so gut wie nie zum wilden Besäufnis, sondern bilden einen Ort der Begegnung, des Innehaltens und des Zur-Ruhe-Kommens. Das Verkosten von Whisky braucht Zeit, viel Zeit – und diese Zeit bot einmal mehr die InterWhisky.

 

Beständigkeit und Wandel

Dabei hat die InterWhisky in ihrer mittlerweile mehr als 25-jährigen Geschichte schon so manchen Wandel durchgemacht. Allein der Veranstaltungsort hat in dieser Zeit nicht weniger als drei Mal gewechselt: vom Hotel Maritim über das Hotel InterContinental und das Palais Thurn und Taxis bis hin zum Gesellschaftshaus Palmengarten, wo die InterWhisky nun schon zum achten Mal ihr Zuhause gefunden hat.

 

Dasselbe gilt natürlich auch für die Whisky-Szene insgesamt, die auf der InterWhisky wieder in all ihrer Vielfalt präsent war. Nicht weniger als 50 Ausstellende präsentierten sowohl Altbewährtes als auch Brandneues, wofür das junge Team der Medienbotschaft Verlag & Event GmbH den passenden Rahmen geschaffen hatte. Geschäftsführer Christian H. Rosenberg zeigte sich von daher mit gutem Grund zufrieden.

 

Viel Whisky-Prominenz

Zufrieden zeigte sich auch Manuel, der mit seinem Freund Sebastian aus der Gegend von Speyer angereist kam. „Wir waren im vorigen Jahr zum ersten Mal da und wir kommen im nächsten Jahr bestimmt wieder“, sagte er. Auf die Frage, was er an der InterWhisky besonders anziehend finden, antwortete er: „Dass es hier wirklich um Whisky geht! Für Bier oder Gin müssten wir nicht extra nach Frankfurt fahren.“

 

Es stimmt: Die InterWhisky ist sich, allen Veränderungen zum Trotz, über all die Jahre hinweg treu geblieben. Dazu gehört nicht nur der besondere Fokus auf Whisky, sondern auch die Präsenz von zahlreichen prominenten Whisky-Expertinnen und -Experten, mit denen man nach Herzenslust fachsimpeln kann und die gerne auch mal den einen oder anderen kostbaren Tropfen hinter ihrem Stand hervorzaubern.

 

Whisky Talk and Dinner

Konstanter Beliebtheit erfreute sich einmal mehr auch das Whisky Talk and Dinner, das am Abend des ersten Messetages in der Oak’s Bar NH Hotel Spin Tower stattfand und vom neuen Chefredakteur unseres Magazins, dem Master Keeper of the Quaich Bernhard Schäfer, moderiert wurde. Peter, der daran teilgenommen hatte, sprühte noch am Tag danach vor Begeisterung: „Das war wie im siebten Whisky-Himmel!“

 

Dass dem so war, dafür sorgten nicht zuletzt die Stars des Abends, die den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Whisky-Raritäten aus den südlichen Highlands, aus Campbeltown und von der Insel Islay präsentierten: Sebastian Büssing, Brand Ambassador von Loch Lomond, Iain McAlister, Master Distiller der Glen Scotia Distillery und, wie schon im Vorjahr, der rührige Distillery Manager von Laphroaig, Barry MacAffer.

 

Viele weitere Highlights

Nicht minder begeistert zeigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der zahlreichen Master Classes und Grand Master Classes. Während Timo Lambrecht vom Bremer Spirituosen Kontor zu einer klassischen Whisky-Weltreise einlud, entführte Andy Bell von der Arran Distillery sein Publikum auf die gleichnamige Insel. Gordon Dundas wiederum präsentierte etliche flüssige Kostbarkeiten aus der Glengoyne Distillery.

 

Volker hat zusammen mit fünf weiteren Mitgliedern seines Whisky-Clubs eine weite Reise auf sich genommen. Bis vom Niederrhein sind sie nach Frankfurt gekommen. „Für uns ist das so eine Art Studienreise“, erklärt er schmunzelnd, während seine Kumpels sich vor Lachen kaum halten können: „Wir sind ja nicht zum Vergnügen hier, sondern um uns fortzubilden – zumindest haben wir das unseren Frauen so erklärt.“

 

Grandiose Messe-Abfüllung

Umso mehr ließen sich die Besucherinnen und Besucher der InterWhisky, um noch einmal Heraklits Fluss-Metapher aufzugreifen, einfach treiben. Wer dies tat, kam früher oder später an der Whisky-Botschafter Lounge vorbei, wo man die diesjährige Messeabfüllung probieren und erwerben konnte: Einen 10jährigen Loch Lomond, der dem zuletzt stark gewachsenen Ruf dieser Destillerie alle Ehre machte.

 

Auch der InterWhisky machte diese Abfüllung als „Der Whisky-Botschafter – The Collection No. 11“ alle Ehre. Christian H. Rosenberg hatte dafür einen eleganten Whisky mit subtilen Holznoten ausgewählt, der nach über 10jähriger Reifung in einem Ex-Bourbon-Fass durch ein mehrmonatiges Finish in einem Ex-Oloroso-Sherry-Hogshead veredelt und mit einem Alkoholgehalt 57,5 % abgefüllt worden ist.

 

Auf Wiedersehen im nächsten Jahr

„Ach, war das wieder schön“, seufzte Melina am späteren Sonntagnachmittag, als sie sich zusammen mit ihrem Freund Philipp auf den Rückweg ins heimatliche Gießen machte. Die beiden waren 2021 zum ersten Mal auf der InterWhisky gewesen und hatten im Vorjahr krankheitsbedingt nicht kommen können. „Da hat uns echt was gefehlt“, erinnert sie sich: „Und das, obwohl wir vorher erst einmal da waren.“

 

Was bleibt von der diesjährigen InterWhisky? In jedem Fall das Wachsen alter ebenso wie das Schließen neuer Freundschaften, der Genuss sowohl von Altbewährtem als auch von Brandneuem, die Freude an dem, was – zumindest nach menschlichem Ermessen – scheinbar schon immer so war und zugleich die Begeisterung für das, was einem bislang fremd war. Und somit gilt auch für die InterWhisky: Alles fließt.

 

Wir danken unseren Partnern Peterstaler Mineralwasser Glassponsor RASTAL: www.rastal-shop.com

 

www.interwhisky.com

 

Mehr Informationen zur Fachmesse InterWhisky finden sie unter www.interwhisky.com.

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